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Grundeinkommen - das wäre doch mal was! Dieser Meinung ist auch der “Bremer Initiativkreis Grundeinkommen” (www.big-grundeinkommen.de), der aktuell zusammen mit Partnern in Bremen Veranstaltungen zur “4. Internationalen Woche des Grundeinkommens” (www.woche-des-grundeinkommens.eu) noch bis diesen Sonntag anbietet. Die Termine sind eintrittsfrei, ein Spendenhut geht herum. Hier die Übersicht der Bremer Termine:
Dienstag, 20.09.2011, 19:30 Uhr Altes Fundamt, Auf den Kuhlen 1a
Open Stage-Künstler_innen zu Gast beim Grundeinkommen
Überraschungsprogramm mit Text und Musik
›Open Stage – Bremens offene Bühne‹ ist eine Plattform für Künstler aller Art. Den Künstlern bietet die beliebte Veranstaltung Auftrittserfahrung vor Publikum, welches von dem abwechslungsreichen Überraschungsprogramm profitiert. Keine Gagen, kein Erfolgsdruck und ein Zeitfenster von 15 Minuten stehen freiem Eintritt und viel Spaß gegenüber. Stammkünstler der beliebten Veranstaltung unterhalten das Publikum an diesem Abend auch zum Thema Existenz mit/ohne Grundeinkommen. Denn hätten Kulturschaffende ein Bedingungsloses Grundeinkommen, wäre kreative Entfaltung nicht länger eine Armutsbedrohung – wovon letztlich alle profitieren dürften.
Donnerstag, 22.09.2011, 19:30 Uhr, St. Stephani Gemeindehaus, Faulenstr. 108 (Eingang über Stephanikirchhof)
Genug für alle in Europa und weltweit
Mit dem emanzipatorischen Grundeinkommen zu einer Gesellschaft für alle. Werner Rätz, Bonn, Attac-AG ›Genug für alle‹: Erwerbsarbeit wird allgemein als Schlüssel zur Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum angesehen. Aber vielen Menschen verhilft ein Erwerbsarbeitsplatz selbst in reichen Ländern nicht mehr zu einem Einkommen, das die Existenz sichert und ein würdiges Leben ermöglicht. Und die Produkte und Arbeitsformen gehen immer mehr an den Bedürfnissen der Menschen vorbei. Die Weltwirtschaftskrise ist noch lange nicht vorbei und Wirtschaftswachstum wird als einzig möglicher Weg aus der Krise verherrlicht. Wer ernsthaft eine nachhaltige, sozial- und umweltverträgliche Wirtschaft will, wird zuerst sicherstellen müssen, dass die Menschen sich um ihr materielles Überleben keine Sorgen machen. Und dazu brauchen alle ein Bedingungsloses Grundeinkommen.
Freitag, 23.09.2011, 19:30 Uhr, St. Michaelis Gemeindehaus, Doventorsteinweg 51
Lebensmitteltafeln als Reparaturbetrieb der Gesellschaft?
Existenzunterstützende Freiwilligenangebote als Sackgasse der sozialen Frage
Prof. Dr. phil. Stefan Selke, Hochschule Furtwangen University, mit anschließender Diskussion: »Kann das Bedingungslose Grundeinkommen ein Ausweg sein?« In seinem Vortrag setzt sich Prof. Selke kritisch mit den Lebensmitteltafeln und ähnlichen existenzunterstützenden Angeboten in Deutschland auseinander. Zwei seiner Hauptthesen lauten, dass durch die Tafeln – im Namen der Barmherzigkeit – Armut verstetigt und mit ihr das Geschäft der privaten Fürsorge-Industrie größer wird. Die Analyse der Tafellandschaft und deren Entwicklung zeigen, dass die soziale Absicherung vieler Menschen immer mehr aus dem Aufgabenbereich der Gesellschaft bzw. des Staates in den Bereich des Privaten und des Ehrenamts gedrängt wird. Im Feld der Tafeln gibt es Interessenkonflikte und Grenzen der guten Tat.
Samstag, 24.09.2011, 19:30 Uhr, Paradox, Bernhardstr. 10-12
Wider das ›Recht auf Arbeit‹
Proletarische Forderung in der Kritik Lafargues
Vortrag/Lesung aus dem Vorwort von Dr. Michael Wilk, Wiesbaden (Arzt, anarchistischer Autor und Umweltaktivist) zur Neuauflage von Paul Lafargues ›Recht auf Faulheit‹, anschließend Diskussion
»›Faulheit‹ ist das böse Gegenwort gegenüber einer Leistungsgesellschaft, in der die Maxime der Arbeit über den Wert des Menschen entscheidet«, schreibt Michael Wilk zur Neuauflage von Lafargues Polemik wider das ›Recht auf Arbeit‹ (1883). Denn in dieser proletarischen Forderung von 1848 legitimiere sich eben jene, noch heute gültige, Arbeitsethik, die Arbeit vom ›notwendigen Übel‹ zum Selbstzweck glorifiziert. Ein solches Dogma schaffe erst die, in autoritären Herrschaftsstrukturen benötigte, geistig-moralische Ordnung im Individuum selbst. Wer sie akzeptiert, unterwirft sich grundlegend fremder Herrschaft und ermöglicht demnach freiwillig die eigene Ausbeutung, so die Kernthese Lafargues. Angesichts solch scharfer Kritik proletarischen Selbstverständnisses verwundert es nicht, dass Lafargues Analyse der ›Arbeitssucht‹ (auch im Sozialismus) unterdrückt und verboten wurde. Er kritisiert grundlegend unser Verständnis vom Arbeitsmarkt und gibt Anstoss zu einem längst überfälligen Paradigmenwechsel.
Sonntag, 25.09.2011, 10:00 Uhr, Kirche St. Stephani, Stephanikirchhof
Gottesdienst mit Abendmahl ›Genug für alle‹
Themen-Gottesdienst zur Grundeinkommenswoche mit den Pastoren Michael Behrmann und Friedrich Scherrer sowie dem Vorbereitungskreis, Bibeltext Matthäus 20,1-15 Weinberggleichnis: Ermuntert uns Jesus, ein Grundeinkommen einzuführen?
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