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35. Literarische Woche Bremen in der Zentralbibliothek
Die 35. Literarische Woche Bremen, die vom 18. bis 30. Januar stattfindet, stellt in diesem Jahr die Frage “Was fehlt - was bleibt…?”. Mit Blick auf aktuelle Produktionen aus Literatur, Kunst und Film werden Strategien des Erinnerns und Vergessens durchleuchtet. Hier eine Übersicht über die eintrittsfreien Termine:
Ab 06. Januar: »bindannmalwech«
Podcast zur Literarischen Woche 2011
Geschrieben und produziert von Tim Schomacker (kulturg.u.t)
Exklusiv auf www.literarische-woche.de
Das Gedächtnis, sagte Walter Benjamin, ist nicht das Instrument für die Erkundung des Vergangenen, sondern deren Medium. Hören Sie vermittelte Hausbesuche bei, Spaziergänge neben und Telefonkonversationen mit Gästen der Literarischen Woche. Gemeinsam mit Musikern, Archivarinnen, Sachensuchern, Historikerinnen, Schriftstellern und anderen Expertinnen des Erinnerns und Vergessens denkt Tim Schomacker über Reminiszenzen und Amulette, Geräusche und Gerüche, Coverversionen, Speicherkapazitäten und Bannsprüche nach.
Tim Schomacker, Jahrgang 1973, lebt als freier Journalist, Schriftsteller, Radiomacher und Musiker in Bremen. Eine Produktion von kulturg.u.t in Zusammenarbeit mit der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung und dem virtuellen Literaturhaus Bremen.
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http://www.literarische-woche.de/podcast/bindannmalwech.xml
Donnerstag, 13. Januar, 19:00 Uhr: Ausstellungseröffnung
Gloria Del Mazo: »Los rincones de la memoria«
Zentralbibliothek, Am Wall 201 - Wall-Saal
Begrüßung: Erwin Miedtke (Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung)
Einführung: Angela Piplak
Die Arbeit von Gloria Del Mazo hat »Erinnerung« und »Vergessen« als zentrale Themen. Vergessene Porträts aus der Kunstgeschichte bilden für sie Motive, die sie neu erfindet. Immer wieder und zunehmend subtiler variiert die Malerin das künstlerische Zwiegespräch von Gegenwart und Vergangenheit.
Gloria del Mazo überträgt nun diese zu Ikonen verklärten und als Relikte verunklärten Frauenbildnisse in unsere Zeit, indem sie ihnen durch Auflösung der Konturen Altersspuren einschreibt und sie in neue Bildräume stellt. Anfangs griff sie geometrische Muster, Formen und Formeln der abstrakten Moderne auf, die sie dekorativ und ornamental zu den Bildnissen fügte und zugleich die Spannung zwischen den Epochen und dem immanenten künstlerischen Widerspruch zwischen dem Abbild eines Individuums und der Konstruktion eines Idealtypus, zwischen Authentizität und schönem Schein, spürbar macht.
Die Ausstellung ist vom 14. Januar bis 19. Februar zu sehen. Eine Veranstaltung der Stadtbibliothek Bremen in Kooperation mit der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung.
Dienstag, 18. Januar, 19:00 Uhr: Lesung mit Christian Meier
Zentralbibliothek, Am Wall 201 - Wall-Saal
Zum Auftakt der von der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung organisierten Literaturwoche ist am Dienstag, dem 18. Januar mit Christian Meier einer der bekanntesten Historiker und Intellektuellen Deutschlands zu Gast in der Zentralbibliothek. Meier stellt sein 2010 im Siedler-Verlag erschienenes Buch “Das Gebot zu vergessen und die Unabweisbarkeit des Erinnerns. Vom öffentlichen Umgang mit schlimmer Vergangenheit” vor. Nach dem Grußwort von Barbara Lison (Stadtbibliothek/Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung) übernimmt Dr. Silke Behl vom Nordwestradio die Moderation.
“Das Gebot zu vergessen und die Unabweisbarkeit des Erinnerns. Vom öffentlichen Umgang mit schlimmer Vergangenheit”
Lesung und Gespräch mit Christian Meier zum Auftakt der 35. Literarischen Woche Bremen
Ein zentraler Glaubenssatz unserer Zeit lautet: Um eine Vergangenheit zu »bewältigen«, muss man die Erinnerung an sie ständig wach halten, denn nur die Erinnerung schützt vor Wiederholung. Doch was taten die Menschen früher, wenn sie nach Kriegen oder Bürgerkriegen Versöhnung suchten?
Christian Meier ist die Weltgeschichte durchgegangen, um dies herauszufinden und sein Befund ist ebenso erstaunlich wie einfach: Die Welt setzte seit den alten Griechen auf Vergeben und Vergessen. Wir Deutsche befanden uns zweimal in den vergangenen sechzig Jahren in einer Lage, wie sie Meier beschreibt. Die Erinnerung an die Nazi-Verbrechen ebenso wie die Erforschung des SED-Unrechts - daran lässt Meier keinen Zweifel aufkommen - war unerlässlich, nützlich und verdienstvoll. Aber die Lehre der Geschichte, dass Vergessen sein muss, wenn das Leben weitergehen soll, bleibt davon unberührt.
Christian Meier, geboren 1929 in Stolp/Pommern, ist emeritierter Professor für Alte Geschichte. Von 1980 bis 1988 war er Vorsitzender im Verband der Historiker Deutschlands. Von 1996 bis 2002 war er Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Für seine wissenschaftliche Arbeit wurde er mit hohen Auszeichnungen geehrt; u. a. erhielt er 2003 den Jakob-Grimm-Preis für deutsche Sprache. Er hat zahlreiche Werke zur Antike veröffentlicht, darunter die Bestseller “Caesar” (1982) und “Athen” (1993). Mit Büchern wie “Das Verschwinden der Gegenwart” (2001) und “Von Athen bis Auschwitz” (2002) hat er immer wieder auch aktuelle politische Debatten angestoßen.
Eine Kooperationsveranstaltung der Stadtbibliothek Bremen und der Bremer Volkshochschule mit der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung im Rahmen der 35. Literarischen Woche Bremen.
Freitag, 21. Januar, 19:30 Uhr:
»Erinnern und Identität« Zweisprachige Lesung und Gespräch mit Arnaud Rykner
Institut français, Contrescarpe 19
Der Schriftsteller, Regisseur, Essayist und Literaturprofessor Arnaud Rykner (*1966) ist ein Spezialist des Nouveau Roman und zählt zu den vielbeachteten Autoren des französischen Literaturbetriebes. In Bezug auf das Thema der diesjährigen Literarischen Woche möchte Rykner uns mitnehmen auf den Pfad der Erinnerung, Fragen von Erinnern und Identität erwägen, wie sie Marguerite Duras, Nathalie Sarraute und auch er selbst in seinen letzten drei Romanen »Enfants perdus«, »Nur« und »Le Wagon« aufwirft.Sie stürzen den Leser mit den Romanfiguren in ein Spannungsfeld zwischen zwei Zeiten und zwei Zuständen. Der Blickwinkel ist gleichzeitig persönlich und allgemeingültig, d.h. die Bedingungen der menschlichen Existenz werden auch im historischen Kontext beleuchtet.
Montag, 24. Januar 2001, 18:00 Uhr:
»großraumdichten | an grauzonen vorbei« Spoken Word Performance mit Live-Electronics
Zentralbibliothek, Am Wall 201, Wall-Saal
großraumdichten, das sind die Poeten Pauline Füg und Tobias Heyel, sowie der Komponist Ludwig Berger. Ihre Performance ist ein literarischer Roadtrip, eine Reise ins Ungewisse, weg von dem, was man verloren hat. Das Trio präsentiert unter anderem seinen neuen Track, der über einen Zeitraum von drei Monaten im Internet im Rahmen der »Bremer Netzresidenz« entstanden ist.
Begrüßung: Erwin Miedtke (Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung)
Einführung: Heike Müller (virtuelles Literaturhaus Bremen)
Eine Veranstaltung des virtuellen Literaturhauses Bremen in Kooperation mit der Stadtbibliothek Bremen und der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung. Gefördert von der Sparkasse Bremen.
Dienstag, 25. Januar, 20:00 Uhr:
Lesung der Preisträgerinnen des 57. Bremer Literaturpreises 2011
Neues Schauspielhaus, Goetheplatz 1
Lesung und Gespräch mit Friederike Mayröcker und Andrea Grill
Moderation: Dr. Lothar Müller
(Süddeutsche Zeitung), Vorsitzender der Jury des Bremer Literaturpreises 2011
Mittwoch, 26. Januar, 12:00 Uhr:
Verleihung des 57. Bremer Literaturpreises an Friederike Mayröcker und Andrea Grill (Förderpreis)
Obere Halle im Alten Rathaus, Am Markt 21
Laudationes:
Dr. Lothar Müller und Dr. Daniela Strigl
Gruppen melden sich bitte an unter Tel. (0421) 361-4708
Mittwoch, 26. Januar, 20:00 Uhr:
»Gemischtes Doppel« 2 Literatur-Preisträgerinnen laden 2 Autor/innen ein.
Zentralbibliothek, Wall-Saal, Am Wall 201
Lesung und Gespräch mit Friederike Mayröcker / Sonja Harter und Andrea Grill / Ilir Ferra
Begrüßung: Barbara Lison
(Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung)
Moderation: Dr. Gudrun Boch, Jurorin des Bremer Literaturpreises
Freitag, 28. Januar, 20:00 Uhr:
»VERLUSTLISTE – Wenn Sachen verschwinden« Lesung mit jungen Bremer Autoren
Kulturzentrum Lagerhaus, KIOTO, Schildstraße 12-19
Begrüßung: Angelika Sinn (Bremer Literaturkontor)
Moderation: Tim Schomacker (kulturg.u.t)
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Weitere Informationen:
Tobias Peters
Tel.: 0421/ 361-47 08
Email: tobias.peters@stadtbibliothek.bremen.de
Besuchen Sie die Website der Literarischen Woche: www.literarische-woche.de. Mit eigenem Podcast zur Literarischen Woche!
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