
Bild (c) Neuland
Offkulturprojekt “Neuland - Urbanes Labor des Guten Lebens”
Urbane Pioniere erschließen vom 19.06. bis Ende August auf dem Areal der ehemaligen Reha-Einrichtung “Haus
Neuland” an der Neuenlander Straße 105-107 “Neuland“ in Bremen.
Unter der Trägerschaft des Zucker-Clubs (www.zucker-club.de) wird das Gelände bis Ende August als kollektiv gestaltete Offlocation lokaler subkultureller Prosumenten genutzt und gestaltet. Gemeinsam wird ein vielseitiges Kulturprogramm mit Film-, Theater und Musikaufführungen veranstaltet. Parallel dazu werden die Außenflächen und Gebäude mit Video-, Licht- und Kunstinstallationen umgestaltet und für Ausstellungen genutzt. Ziel ist es dabei, die über Jahre gewachsene Subkulturszene zu öffnen und mit einer breiteren Öffentlichkeit in Dialog treten zu lassen.
Diskussionsveranstaltungen mit Gästen aus anderen Städten ergänzen diesen Prozess um überregionale Perspektiven. Denn nicht nur in Bremen führen Stadtentwicklungsprozesse zu einer Gleichzeitigkeit von Schrumpfung und Wachstum, wodurch Verdrängungsprozesse, aber auch urbane Nischen als neue Möglichkeitsräume u.a. für Kulturschaffende entstehen.
Die ehemalige Reha-Einrichtung „Haus Neuland“ ist eine solche temporäre Nische im Stadtraum. Das Areal wurde im Februar frei gezogen und soll demnächst abgerissen werden. Das stadteigene Areal wurde von der Immobilien Bremen, die es verwaltet, für Zwischennutzungen zur Verfügung gestellt. Die neu gegründete ZwischenZeitZentrale Bremen (www.zzz-bremen.de) hat das Areal an die Kulturschaffenden vermittelt, die dort ihr „urbanes Labor“ einrichtet und darin ein umfangreiches Programm als Beitrag zum „guten Leben“ während der Sommermonate in Bremen findet und anbietet.
Das Programm ist zu finden unter: www.neuland-bremen.org
Donnerstag 01.07.
Filmabend
„Authentizität im Theater“
ab 19:30 Uhr
„Hochburg der Sünden“
Filmakademie Baden-Württemberg / INDI Film [D]
In seinem kontrovers diskutierten Dokumentarfilm begleitet Thomas Lauterbach den Probenprozess zu Volker Löschs Medea - Inszenierung am Stuttgarter Staatstheater. In den Mittelpunkt stellt der Film die türkischen Frauen, die als Laiendarstellerinnen in Löschs Inszenierung mitwirken. Indem er die Frauen ganz unmittelbar zu Wort kommen lässt und sie andererseits als Bestandteil einer Theater-Inszenierung zeigt, wirft der Film die Frage auf, wie weit es tatsächlich gelingen kann „das Leben ins Theater hinein zu holen“ (Zitat Volker Lösch), ohne es schließlich doch den Gesetzen und Mechanismen des Theaters zu unterwerfen. Auch am Bremer Theater hat Volker Lösch in seiner Bearbeitung der Räuber von Friedrich Schiller (Premiere am 27. Februar)Schauspieler gemeinsam mit Laien auf der Bühne gebracht. – Hochburg der Sünden ist Gewinner der Goldenen Taube des Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentarfilm 2008.
http://www.mindjazz-pictures.de/presse_hds.html (80min)
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Donnerstag, 08.07.
Leung und Filmabend
„Klang und Wort in Schrift und Film“
Ab 19 Uhr
Lesung mit Jens Laloire, Anja Kümmel, Maja-Maria Becker, Janine Lancker.
Ab 21 Uhr
„BERLIN - DIE SINFONIE DER GROSSTADT“
Stummfilmvertonung live begleitet von Mario Schoo
Der Osnabrücker Elektronik Dj Mario Schoo begleitet mit 2 Plattenspielern und einem Mischpult live Walther Ruttmanns Film “BERLIN - DIE SINFONIE DER GROSSTADT” aus dem Jahre 1927. Im Jahr 1927 feierten Publikum und Kritik in Berlin Walther Ruttmanns
Montagefilm “BERLIN - DIE SINFONIE DER GROSSTADT”, eine großartige filmische Reise durch einen Tag in Berlin Ende der 20er Jahre. Die Bilder, Perspektiven und Schnitttechniken dieses Films verdichten sich zu einem Tempo, das das pulsierende
Leben dieser Metropole widerspiegelt. Der Geschichtliche Hintergrund wie auch die clipartige Montagetechnik des Films haben Herrn Schoo dazu animiert den Film in einer neuartigen Klangästhetik erscheinen zu lassen.
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Donnerstag 15.07.
Film- und Diskussionsabend I
“Berlin, Berlin, wir ziehen nach Berlin”
ab 19:30 Uhr:
“Lychener 64”
Dokumentarfilm von Jakob Rühle und Teresina Moscatiello, 2010.
Der Film dokumentiert die Sanierung eines Altbaus im Prenzlauer Berg in Berlin. Bis 2005 wohnten dort zwischen blätterndem Putz und Kachelöfen lauter schräge Vögel. Simone zum Beispiel, die mit acht Papageien in einer Parterrewohnung lebte. Oder Sophie, geboren im Kiez, die gerade Abitur machte. Oder Karsten, der 1984 im Haus eine Wohnung besetzte. Der Film konzentriert sich ganz auf seine Protagonisten, während der Haussanierung ab dem Jahr 2005. So entsteht ein Mosaik von Hoffnungen, Enttäuschungen und Aufbrüchen, das einen Kiez im Wandel vom Szenekiez zum Wohlfühlviertel der Mittelschicht zeigt.
Weitere Informationen: http://www.taz.de/1/berlin/artikel/1/den-ausschlag-gab-die-abfindung/
ca. 20 Uhr:
Diskussion mit dem Publikum und
Jakob Rühle / Filmemacher, Berlin (angefragt)
Kriz Sahm / Zucker-Club, Bremen
Michael Ziehl / Gängeviertel, Hamburg (Moderation)
Der erste Neuland-Diskussionsabend schaut nach Berlin und widmet sich dem Themenkomplex um Stadtentwicklungspolitik, Kulturproduktion und Gentrifizierung. Die Hauptstadt mit ihren vielen baulichen Freiräumen zieht Kulturschaffende aller Art an. Die Stadtoberen haben die daraus resultierenden Entwicklungschancen längst erkannt und setzten auf die „Kreative Klasse“ als einen der städtischen Entwicklungsmotoren. Dadurch werden an vielen Orten in der Stadt soziale Verdrängungseffekte provoziert, denen neben alteingesessenen AnwohnerInnen nicht selten auch die „KreativarbeiterInnen“ zum Opfer fallen, sobald ihre Rolle als „Durchlauferhitzer“ erfüllt ist. Freiräume werden weniger und die Mieten werden teurer. Nach dem mittlerweile (tot)sanierten Prenzlauer Berg werden aktuelle Konflikte u.a. in Kreuzberg und Friedrichthain (Mediaspree) ausgetragen. Dagegen ist die Situation in Bremen friedlicher – aber auch langweiliger. Viele Kulturschaffende verlassen die Hansestadt in Richtung Hauptstadt. Dabei möchte die Stadtpolitik gerade junge Menschen in Bremen halten. Die Bereitstellung das Areals „Haus Neuland“ als Kulturspielwiese entspringt teilweise dieser Motivation. Allerdings stellen sich viele ProtagonistInnen die Frage nach internen und externen Auswirkungen des vermeintlichen Schulterschlusses zwischen Politik und Subkulturszene. Denn auch wenn die Ausgangslage in Bremen eine andere ist, das ambivalente Verhältnisses von Kulturschaffen und Stadtentwicklung ist das selbe.
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SA. 17.07.
12 UHR MITTAGS BIS IN DIE NACHT HINEIN
Das Schiff ist gestrandet, es wird Zeit, NEULAND, auf ein Neues, zu erkunden!
Wir laden euch ein, auf eine Entdeckungsreise in das Labor des guten Lebens!
+ PLATTENTELLER UND GOLDTALER
+ TREIBGUT-SCHATZSUCHE
+ INSELCROSSMINIGOLF
+ FUCKART & FREAKREVOLTE
+ SCHNURBARTMASCHINE & NAGELLACKTERROR
+ FEUERSPEKTAKEL
+ THE CAVE SURPRISE
+ LOTS OF PIRATES & LOVE
Donnerstag, 22.07.
Future Shorts ab 21:00 Uhr Uhr
Programm:
Tama Tu (Sons of Tu) Regie: Taika Waititi / Neuseeland / 2006
Auch im Krieg bleiben Jungs eben Jungs.
Where’s the money George? Regie: Mr. Oizo / Frankreich / 2010
Der französische Film- und Musikproduzent Oizo präsentiert dieses neue Video mit Pharrell Williams und dem populären Charakter Flat Eric, den man aus einigen Videos und Levi’s Werbekampagnen kennt.
Grizzly Bear Regie: Allison Schulnik / USA / 2010
Musikfilm! Die Erzählung folgt dem langhaarigen Hobo durch die Welt „Forest“, wo er eine bizarre Version seiner eigenen Traumwelt findet. Dann jedoch beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen…
Daughters Regie: Chloé Zhao / China / 2009
Maple, ein stilles 14jähriges Mädchen lebt im ländlichen China. Als sie zu einer Heirat gezwungen wird, schlägt sie einen gefährlichen Weg ein um sich zu befreien.
Slavas (Slaves) Regie: David Aronowitsch & Hanna Heilborn / Schweden / 2008
Eine animierte Dokumentation über zwei sudanesische Kinder die entführt und versklavt werden.
El Encargado (The One in Charge)cRegie: Sergio Barrejón / Spanien / 2008
Martin soll seinen Klassenlehrer vertreten und legt sich mit dem fiesesten Typen seiner Klasse an.
Father Christmas Doesn’t Come Here Regie: Bheki Sibiya /Süd Afrika / 2009
Ein junges Mädchen mit wenig Selbstbewusstsein träumt davon, so schön wie ihre Mutter zu sein. Ein zynischer Mann allerdings zerstört ihre Träume mit einer gehörigen Portion Realität, was sie dazu treibt, zu drastischeren Mitteln zu greifen…
Bitch Regie: Dom Bridges / UK / 2009
In dieser lustigen Version eines modernen Märchens kauft ein junger Mann eine Dose Thunfisch und bekommt mehr, als er erwartet.
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Donnerstag 29.07.
Film- und Diskussionsabend II “Die Stadt als Spielwiese”, ab 19:30 Uhr:
“Empire St. Pauli – von Perlenketten und Platzverweisen”
Dokumentarfilm von Irene Bude und Olaf Sobczak, Produktion Steffen Jörg, GWA St. Pauli, 2009, 85 Min.
Hamburgs berühmtester Stadtteil St. Pauli war lange auch der ärmste. Mittlerweile leben und arbeiten hier jedoch immer mehr Gut- und Bestverdienende. Die sozialen Gegensätze verschärfen sich. Der Film zeigt, dass St. Pauli nicht nur als Ausgeh- und Amüsierviertel, sondern vor allem als Wohn- und auch Wirtschaftsstandort attraktiv geworden ist. Altbauten verschwinden oder werden aufwändig saniert, das Mietniveau steigt rasant, Mietwohnungen werden in Eigentumswohnungen umgewandelt. Wer sich wehrt oder nicht mehr in das neue Bild passt wird des Ortes verwiesen - direkt oder indirekt. Verschiedenste St. PaulianerInnen kommen zu Wort: AnwohnerInnen, Angestellte, KünstlerInnen, Gastwirtinnen, Großinvestoren, SozialarbeiterInnen, Hoteliers, RechtsanwältInnen, der Bezirksamtsleiter und viele mehr. So bildet der Film jenseits von Rotlicht, Kleinkriminellen und Arme-Leute-Klischee ein vielfältiges Meinungsspektrum ab.
Weitere Informationen:
http://www.empire-stpauli.de/index.php
ca. 20 Uhr:
Diskussion mit dem Publikum und
AktivistInnen aus dem Gängeviertel, Hamburg
Oliver Hasemann / Autonomes Architektur Atelier, Bremen
Daniel Schnier / Autonomes Architektur Atelier, Bremen
Michael Ziehl / Gängeviertel, Hamburg (Moderation)
Auch der zweite Neuland-Diskussionsabend widmet sich dem vielschichtigen Themenkomplex um Stadtentwicklungspolitik, Kulturproduktion und Gentrifizierung. Diesmal wird als Bezugspunkt nach Hamburg geschaut. In der seit Jahren wachenden Stadt hat die städtische Aufwertungs- und Verdrängungspolitik ein besonderes Ausmaß angenommen. Ganze Stadtteile werden von der Stadtregierung als Spielwiese für Investoren freigegeben. KulturproduzentInnen aller Art werden als Imagefaktor bewusst vorgeschaltet und Teil städtischer Aufwertungsstrategie. Diese wehren sich mittlerweile intensiv gegen ihre Instrumentalisierung zum Zwecke der Imagebildung und Stadtteilaufwertung. Mit dem viel beachteten Manifest gegen die „Marke Hamburg“ von der Gruppe „Not in our Name“ und der Besetzung des Gängeviertels im August vergangenen Jahres durch die Initiative „Komm in die Gänge“ hat hier der Widerstand eine neue Qualität erreicht. Dieser versteht Stadt als Spielwiese eher als Ort selbstbestimmter Raumaneignung und botton-up Entwicklung. Die Auswirkungen dieser gegensätzlichen Auffassungen sind aber nicht immer so konträr wie es scheint, denn auch besetzte Häuser und Bauwagenplätze können ihren Teil zur attraktiven Stadt beitragen und unfreiwillig einen prekären Platz im stadtpolitischen Entwicklungsystem einnehmen.
eine Veranstaltung vom Autonomen Architektur Atelier (AAA) in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative Bremen
www.aaa-bremen.de
www.rosa-luxemburg.com
www.das-gaengeviertel.info
http://www.buback.de/nion/
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2 Kommentare
schöne Seite , Programm klingt echt gut
Gruß Tom
Was meinst du?