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24.03., 19.00: Exil-Literatur in Deutschland, Ein Vortrag von Mahmood Falaki

veröffentlicht:
22. Mrz 2010
von: Sonja

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Bild (c) Zentralbibliothek / Mahmood Falaki

Mittwoch, 24. März 2010, 19:00 Uhr
Zentralbibliothek, Am Wall 201 - Krimibibliothek

Exil-Literatur in Deutschland

Ein Vortrag von Mahmood Falaki im Rahmen des Welttages der Poesie

Im Rahmen des Programms zum Welttag der Poesie hält Mahmood Falaki am Mittwoch, dem 24. März in der Zentralbibliothek einen Vortrag über Exil-Literatur in Deutschland. Darin berichtet der gebürtige Iraner über die Situation der exilierten Autoren und ihre literarische Aktivitäten.

In der Geschichte der Menschheit haben Schriftsteller aller Bevölkerungen und aller Zeiten einen großen Teil ihres Lebens im Exil verbringen müssen. Wie schon Ovid, Dante, Heinrich Heine und in neueren Zeiten Thomas Mann, Bertold Brecht, Anna Segers und andere deutsche Autoren im zweiten Weltkrieg, und auch Schriftsteller aus der so genannten “Dritten Welt” einen Teil ihres Lebens im Exil, u.a. in Deutschland, verbracht oder sind dort für immer geblieben. Wenn man das Leben der exilierten Autoren betrachtet, bemerkt man Gemeinsamkeiten, die fast alle Autoren betreffen. Ein Emigrant im Allgemeinen verliert ein einen Teil seiner eigenen Kultur. Ein anderer Teil ist unverlierbar, durch Sozialisation und Erziehung im Herkunftsland derart verinnerlicht, dass dieser zu einem untrennbaren Bestandteil seines Ichs geworden. Deshalb ist ein Emigrant in kultureller Hinsicht weder sein ursprüngliches Ich noch ein wirklich neues Individuum. Das ist der Beginn von Selbstentfremdung im fremden Land.

Mahmood Falaki wurde 1951 im Norden Persiens am Kaspischen Meer geboren. Studium der Chemie und Bibliothekwissenschaft im Iran. Studium der Germanistik und Iranistik an der Universität Hamburg. In der Schah-Zeit wird er wegen seiner politisch-literarischen Aktivität zu drei Jahren Haft verurteilt. Nach der Februar-Revolution 1979 und der Freilassung aus dem Gefängnis konnte er seinen ersten Gedichtband veröffentlichen. Nach der Übernahme der Herrschaft durch die Geistlichen wurde die Fortsetzung seiner literarischen Arbeit zunehmend schwieriger. Er musste schließlich 1983 das Land verlassen. Seitdem wohnt er in Deutschland (seit 1986 in Hamburg). Im Iran arbeitete er zuletzt an der Freien Universität Irans. Seine literarische Arbeit umfasst Lyrik, Erzählung, Roman und Literaturkritik, wovon bisher 19 Bücher vorliegen. Einige seiner Werke sind auf Deutsch erschienen, u.a. “Verirrt” (Erzählungen), “Lautloses Flüstern” (Gedichtband) und “Die Schatten” (Roman). Einige von Falakis Gedichten sind ins Englische und Schwedische übersetzt worden.  Zurzeit arbeitet er als Dozent für persische Sprache und Literatur.

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in der Krimibibliothek im 2. OG der Zentralbibliothek, Am Wall 201. Der Eintritt ist frei.



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