
Bild (c) Zentralbibliothek Bremen
Donnerstag, 4. März 2010, 19:00 Uhr, Eintritt frei
Zentralbibliothek, Am Wall 201 - Wall-Saal, Eingang am Wall
“Leben, Leiden und seelische Schmerzen”
Schauspieler lesen aus Briefen ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener
Im Rahmenprogramm der Ausstellung “Im deutschen Gewahrsam” lesen am Donnerstag, dem 4. März die Schauspieler Hans Kemner und Wolfgang Schenck in der Zentralbibliothek aus Briefen ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener. Die Einführung spricht Heiko Kania, Vorsitzender der Dokumentations- und Gedenkstätte Geschichtslehrpfad Lagerstraße/U-Bootbunker Valentin e.V.. Für die musikalische Begleitung sorgt Friederike Heumann an der Violine.
Von der Anerkennung deutscher Schuld an ihrem Schicksal lesen die ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen zum ersten Mal in den Briefen des Vereins Kontakte-Kontakty, wo sie um Mitteilungen ihrer Erinnerungen gebeten werden. Die Bitte um Verzeihung berührt sie so sehr, dass kaum einer die Antwort verweigert. Einige schrieben ihre Lebensgeschichte auf, bis ihnen die Hand versagte. Über 2.000 Briefe sind bisher ins Deutsche übersetzt worden. “Wir haben den Deutschen verziehen, um unsere Menschlichkeit zu bewahren“, schrieb ein Neunzigjähriger, der den Sterbelagern der Wehrmacht entkam.
Kontakte-Kontakty e.V. ist ein Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Mit der Ausstellung “In deutschem Gewahrsam”, die noch bis zum 27. März in der Zentralbibliothek zu sehen ist, versucht der Verein ein klein wenig zu helfen und das bedeutet in diesem Fall, den inzwischen sehr alten Menschen das Gefühl zu geben, nicht vergessen zu sein - jedenfalls nicht von Deutschen, deren einstige Führung ihnen so viel Leid angetan hat.
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