
Bild: Oldenburger Computer Museum
Ok, es ist nicht in Bremen und eine Fahrt nach Oldenburg kostet Geld, aber — es soll ja auch im großen außerbremischen Raum interessante, kostenlose Ziele geben, und das Oldenburger Computer Museum gehört definitiv dazu! Ein großer Raum mit großen Schätzen wie dem C64, NES, Atari ST, Amiga, ZX 81 und wie sie alle heißen bzw. hießen - hier wird die Computer-Urzeit wieder lebendig! Und das beste: Alle Systeme laufen und sind bespielbar, einer ordentlichen Joystick-Rüttel-Partie Summer Games steht also nichts im Wege!!!
Das OCM befindet sich in der Innenstadt in Laufweite des Bahnhofs (klick) und hat immer Dienstags und Donnerstags von 17 - 21 Uhr geöffnet, der Eintritt ist natürlich frei!
Die Sammlung
Die Sammlung konzentriert sich auf Homecomputer, frühe Bürocomputer und Telespiele. Sie besteht aus rund 100 funktionierenden Systemen nebst Peripherie und Software aus den Jahren 1977 bis 1990. Es sind einige Geräte vorhanden, die selbst das Deutsche Museum in München oder das HNF (Heinz Nixdorf Museum) in Paderborn nicht haben.
Es gibt keine festen Ausstellungsräume. Nur kleine Teile der Sammlung werden hin und wieder bei Firmen-Events und bei internationalen Treffen mit anderen Sammlern ausgestellt. Das Oldenburger Computer Museum sucht feste Räumlichkeiten!
Nutzer und Zielgruppen
Die Sammlung repräsentiert die komplette Entwicklung der Desktop-Computer von ihrer Entstehung bis zum ersten IBM-kompatiblen System (aus dem alle heutigen Rechner hervorgehen). Diese knapp 30-jährige Geschichte wird durch die Ausstellung funktionsfähiger Geräte lebendig gehalten.
Was macht die Sammlung interessant?
Alle Systeme sind Hands-On fähig. Das bedeutet, dass Ausstellungsbesucher die Systeme benutzen, ausprobieren, bedienen können, dürfen und sollen. So entsteht ein Bezug zur unglaublichen Entwicklungsgeschwindigkeit dieser Technik. Darstellungs- und Klangqualitäten, CPU- und
Ladegeschwindigkeiten, Speichermedien und -kapazitäten, Geräuschpegel und sogar Gerüche können erlebt und in Bezug zueinander gebracht werden.
Alle Hersteller hatten damals eine eigene Designsprache. Alle Produkte oder einzelne Produktlinien hatten ein eigenes, unverwechselbares Aussehen. Eine Entwicklung, die heute gänzlich vom Markt verschwunden ist (Ausnahmen z.B.: DELL, Apple). Dies ist insbesondere für angehende Gestalter und Designer interessant.
Benutzerschnittstellen wie Eingabegeräte, Telekommunikationsgeräte (Akustikkoppler, Modem) aber auch die ersten grafischen Benutzeroberflächen (GUI) können live ausprobiert und verglichen werden. Vergleiche dieser Urväter mit aktuellen Linux, OS X und Windows-Oberflächen weisen in diesem Zusammenhang erstaunliche Ähnlichkeiten auf. Lauffähige Beispiele sind hier unter anderem:
Commodore GEOS, Amiga Workbench, Atari TOS, und MAC OS 6. Informatiker und Mediengestalter interessieren sich besonders für diese Aspekte.
Computergrafik und Spiele. An keinem anderen Beispiel lässt sich die rasante Entwicklung vom Computersystemen dieser Zeit ablesen, als an den Fähigkeiten der grafischen Darstellung. Kamen die ersten Geräte (1978) mit nur zwei Farben und ohne Grafkfähigkeiten aus, waren es 1982 schon 16 Farben bei 160×200 Pixeln. Heute sind es meist 1280×1024 Bildpunkte bei 16,7 Mio. Farben! Computerspielklassiker aus dieser Zeit werden auch heute noch gern gespielt und neu aufgelegt. Bekannte Titel sind hier PacMan, DonkeyKong, SpaceInvaders, Tetris. Diese Spiele auf ihrem
original-System noch einmal zu erleben macht für viele Besucher der Ausstellungen einen ganz besonderen Reiz aus.
Letztlich ist jeder, der in seinem Kinder/Jugendzimmer einen dieser Computer hatte von dieser Sammlung angesprochen. Häufig kommen Nachfragen nach einem ganz besonderen Programm oder Spiel um genau dieses nach 20-30 Jahren noch einmal erleben zu können.
Zur Person
Thiemo Eddiks, Leiter und Initiator des OCM, Jahrgang 1973, hatte erste Berührung mit Computern in den Jahren 1979/1980. Seit dem hat der Umgang mit diesen Geräten seinen Lebensweg bestimmt. 1991 Ausbildung zum DV-Kaufmann, seit 1994 tätig als Computergrafiker, seit 2006 selbständig als Spezialist für 3D-Computergrafik und -animation.
Durch Flohmarkt-Funde und mit dem Aufkommen der Internet-Tauschbörsen erwachte der Wunsch die Computer aus den Anfängen seiner Laufbahn noch einmal zu besitzen. Nach der Anschaffung der ersten drei Systeme kam der Anspruch auf Vollständigkeit bestimmter Produktlinien hinzu – der Schritt zu einer Sammlung war gemacht.







3 Kommentare
Danke für Deinen Artikel!
Auf der Homepage http://www.computermuseum-oldenburg.de finden sich auch Bilder und Videos aus dem Museum (buten & binnen, oldenburg1, …), damit man sich vorher einen Eindruck von der Ausstellung verschaffen kann.
Das OCM war auch auf der Breminale, dort haben wir ne ganze Nacht auf dem 5m Beamer Kubus Pong, Donkey Kong und MarioBrothers gespielt - vielleicht hats ja der ein oder andere Leser gesehen.
Grüße aus Oldenburg,
Thiemo
Hallo Thiemo,
vielen Dank für die Zusatzinformationen. Sieht wirklich so aus, als ob man sich mal einen Tag nehmen muss um eurer Museum unter die Lupe zu nehmen. sieht lohnenswert aus.
lg
Thomas
Was meinst du?